Ein Teil unserer Serie zur natürlichen Parasitenausleitung – zum Überblicksartikel.
Neben dem klassischen 3-Kräuter-Trio aus Schwarznuss, Wermut und Gewürznelken hat sich in den letzten Jahren ein deutlich umfangreicheres Protokoll verbreitet, das eng mit dem Namen Matt Roeske verbunden ist: eine Parasitenkur, die sich gezielt am Rhythmus des Mondes orientiert und um den Vollmond herum intensiviert wird. Statt auf drei Pflanzen zu setzen, kombiniert dieses Protokoll ein deutlich breiteres Spektrum an Mitteln – von Harzen über Mineralien bis zu Ernährung und Lymphpflege. Wer bereits mit dem 3-Kräuter-Protokoll vertraut ist, findet hier eine Erweiterung, die auf einer eigenen, in sich schlüssigen Logik aufbaut.
Wer steckt hinter dem Vollmond-Protokoll?
Matt Roeske ist im englischsprachigen Raum vor allem durch Videoformate und Interviews bekannt geworden, in denen er sein Verständnis von Parasiten, Schwermetallbelastung und natürlicher Ausleitung erklärt – unter anderem gemeinsam mit Angela Atkins sowie im Rahmen von Formaten wie Quitefrankly.tv. Sein Ansatz stützt sich stark auf traditionelles Erfahrungswissen unterschiedlicher Kulturen und verbindet dieses mit einer eigenen Systematik: dem sogenannten Vollmond-Protokoll, das er über zahlreiche Videos hinweg immer wieder in leicht unterschiedlichen Zusammenstellungen vorstellt. Der gemeinsame Kern bleibt dabei stets derselbe.
Die Grundidee: Parasiten als Zeichen einer Schwermetallbelastung
Das Fundament des Protokolls ist eine einfache, aber weitreichende These: Parasiten entstehen nach diesem Verständnis nicht in erster Linie als äußere „Eindringlinge“, sondern als Reaktion des Körpers auf eine bestehende Schwermetall- und Umweltgiftbelastung. Der Körper, so die Idee, erzeugt oder begünstigt Parasiten gezielt, um überschüssige Schwermetalle und Toxine zu binden und dadurch handlungsfähig zu bleiben – ähnlich wie er mit Fieber, Schleimbildung oder anderen Abwehrreaktionen auf eine Belastung reagiert. Parasiten werden in diesem Bild weniger als das eigentliche Problem verstanden, sondern als sichtbares Symptom einer tieferliegenden Ursache.
Diese Sichtweise hat eine praktische Konsequenz für die Anwendung: Statt Parasiten isoliert zu bekämpfen, richtet sich das Vollmond-Protokoll gezielt auf die Ausleitung von Schwermetallen. Werden diese aus dem Körper entfernt, so die Logik, verliert der Organismus den Anlass, Parasiten überhaupt zu „brauchen“ – die Ausleitung von Metallen und die Ausleitung von Parasiten werden damit als ein und derselbe Vorgang behandelt.
Warum ausgerechnet der Vollmond?
Der namensgebende Kern des Protokolls ist das Timing: Nach Roeskes Beobachtung werden Parasiten in den Tagen um den Vollmond herum aktiver – sie bewegen sich stärker, vermehren sich verstärkt und werden dadurch auch angreifbarer für ausleitende Maßnahmen. Diese Beobachtung ist kein Einzelfall, sondern taucht in ganz unterschiedlichen Kulturen und Heiltraditionen wieder auf: Fastenperioden und intensivierte Reinigungsrituale rund um den Vollmond finden sich in zahlreichen religiösen und traditionellen Kalendern weltweit, oft unabhängig voneinander entstanden.
Aus dieser wiederkehrenden kulturellen Beobachtung leitet das Protokoll seine zentrale Anwendungsregel ab: Statt eine Parasitenkur gleichmäßig über Wochen zu verteilen, wird sie in den Tagen unmittelbar vor, während und nach dem Vollmond spürbar intensiviert – höhere Dosierungen, mehr der unten beschriebenen Mittel, häufig begleitet von zusätzlichem Fasten. In den mondfernen Wochen wird die Anwendung entsprechend zurückgefahren oder ganz pausiert, sodass sich ein wiederkehrender monatlicher Rhythmus ergibt.
Die Bestandteile des Vollmond-Protokolls im Überblick
Anders als beim 3-Kräuter-Trio geht es beim Vollmond-Protokoll nicht um drei aufeinander abgestimmte Pflanzen für drei Lebensphasen, sondern um eine breite Sammlung von Mitteln, die alle demselben Ziel dienen: der Ausleitung von Schwermetallen aus Gewebe, Blut und Lymphe.
- Wermut und Schwarznuss: Die bitterstoff- und gerbstoffreiche Basis, die das Protokoll mit dem klassischen 3-Kräuter-Trio teilt.
- Terpentin (sehr niedrig dosiert): Traditionell als „Spirits of Turpentine“ bekannt – aus Kiefernharz destilliert, innerlich ausschließlich tropfenweise angewendet.
- Drachenblut (Dragon’s Blood): Das rote Harz verschiedener tropischer Baumarten, in der traditionellen Medizin Süd- und Mittelamerikas seit langem bekannt.
- Shilajit: Eine mineralstoffreiche Masse aus Hochgebirgsregionen wie dem Himalaya, in der ayurvedischen Tradition ein fester Bestandteil vieler Anwendungen.
- Koriander (Cilantro): Das frische Kraut, dem in der Naturheilkunde eine Rolle bei der Mobilisierung von Schwermetallen aus dem Gewebe zugeschrieben wird.
- Borax und Backpulver (Natron): Zwei Haushaltsmittel, die im Protokoll zur Unterstützung eines ausgeglichenen Körpermilieus eingesetzt werden.
- Rohes Fleisch und Cayennepfeffer: Ernährungsbausteine, die den Stoffwechsel und die Durchblutung anregen sollen.
- Kürbiskerne, Maulbeeren und Papaya-Kerne: Traditionell genutzte Samen und Beeren mit einem festen Platz in vielen Wurmkuren.
- Lymphmassage: Eine manuelle, mechanische Ergänzung, die den Abtransport der gelösten Belastungen über das Lymphsystem unterstützen soll.
Die einzelnen Mittel im Detail
Terpentin, Drachenblut und Shilajit
Terpentin nimmt im Vollmond-Protokoll eine Sonderrolle ein: Als „Spirits of Turpentine“ bezeichnet, handelt es sich um destilliertes Kiefernharzöl, das in einer langen, heute weitgehend vergessenen Tradition der Naturheilkunde innerlich angewendet wurde – allerdings ausschließlich in sehr kleinen, tropfenweisen Mengen, nicht literweise. Drachenblut, das rote Harz von Bäumen der Gattungen Croton oder Daemonorops, wird traditionell auf offene Wunden aufgetragen oder in kleinen Mengen eingenommen und gilt in mehreren südamerikanischen Heiltraditionen als vielseitiges Naturmittel. Shilajit wiederum ist eine über Jahrhunderte durch Druck und mikrobielle Prozesse entstandene, mineralstoffreiche Masse aus Felsspalten des Himalayas und anderer Hochgebirge, die im Ayurveda als sogenanntes Rasayana – ein aufbauendes, stärkendes Mittel – gilt und reich an Fulvosäuren ist.
Koriander, Borax und Backpulver
Koriander (Cilantro) wird im Protokoll frisch verwendet, häufig als Presssaft oder in Smoothies, und gilt in der Naturheilkunde als Kraut, das speziell auf die Mobilisierung von Schwermetallen aus dem Bindegewebe zielt – oft in Kombination mit Chlorella, die die mobilisierten Metalle binden soll. Borax (Natriumtetraborat) und Backpulver (Natriumhydrogencarbonat) sind zwei einfache, gut verfügbare Haushaltsmittel, die im Protokoll in stark verdünnter Form eingesetzt werden, um das Körpermilieu zu unterstützen – Backpulver dabei deutlich niedriger dosiert und milder als Borax.
Rohes Fleisch, Cayennepfeffer und die Ernährungskomponente
Ein auffälliges Element des Vollmond-Protokolls ist der Stellenwert der Ernährung während der Kur: Rohes Fleisch aus vertrauenswürdiger, möglichst unbehandelter Quelle sowie gelegentlich auch rohe, unpasteurisierte Sahne werden als nährstoffdichte Basis verstanden, die dem Körper während der intensiven Ausleitungsphase Kraft geben soll – ein Ansatz, der Parallelen zu anderen Rohkost-Strömungen der Naturheilkunde aufweist. Cayennepfeffer wird ergänzend eingesetzt, um Durchblutung und Stoffwechsel anzuregen und damit den Abtransport gelöster Belastungen zu unterstützen.
Kürbiskerne, Maulbeeren und Papaya-Kerne
Diese drei Zutaten haben allesamt eine lange eigenständige Tradition in der Wurmkur-Praxis verschiedener Kulturen. Kürbiskerne enthalten Cucurbitacin, dem traditionell eine lähmende Wirkung auf Würmer zugeschrieben wird – sie gehörten bereits in der europäischen Klostermedizin fest zu den saisonalen Wurmkuren. Papaya-Kerne enthalten das Enzym Papain sowie den Bitterstoff Carpain und werden in mehreren tropischen Heiltraditionen roh gekaut oder zerkleinert eingenommen. Maulbeeren ergänzen das Protokoll als milde, nährstoffreiche Frucht, die parallel zur eigentlichen Ausleitung für Vitalstoffe sorgen soll.
Lymphmassage als mechanische Ergänzung
Anders als die bisher genannten Mittel wirkt die Lymphmassage nicht über Inhaltsstoffe, sondern rein mechanisch: Durch sanfte, gezielte Grifftechniken soll der Fluss der Lymphflüssigkeit angeregt werden, über die der Körper unter anderem gelöste Schwermetalle und Stoffwechselabbauprodukte abtransportiert. Im Protokoll wird die Lymphmassage häufig zusätzlich durch Rebounding – leichtes Springen auf einem Minitrampolin – ergänzt, da beide Maßnahmen denselben Mechanismus, den Lymphfluss, auf unterschiedliche Weise unterstützen sollen.
Unterschied zum klassischen 3-Kräuter-Protokoll
Wer das klassische 3-Kräuter-Protokoll aus Schwarznuss, Wermut und Gewürznelken bereits kennt, wird schnell den grundlegenden konzeptionellen Unterschied bemerken: Während das Trio auf den drei Lebensphasen von Parasiten – Ei, Larve, ausgewachsener Wurm – aufbaut, denkt das Vollmond-Protokoll konsequent von der Ursache her und behandelt Parasiten als Symptom einer Schwermetallbelastung. Beide Ansätze schließen sich dabei nicht aus: Wermut und Schwarznuss bilden in beiden Protokollen die pflanzliche Basis, das Vollmond-Protokoll erweitert diese Basis lediglich um zusätzliche Mittel und um die zeitliche Taktung nach dem Mondzyklus. Wer bereits Erfahrung mit dem 3-Kräuter-Trio gesammelt hat, kann das Vollmond-Timing und einzelne der zusätzlichen Mittel als Ergänzung in ein bestehendes Protokoll integrieren, statt komplett neu zu beginnen.
Wichtige Sicherheitsfakten
Das Vollmond-Protokoll enthält mit Terpentin und Borax zwei Mittel, bei denen die Dosierung besonders genau beachtet werden sollte. Diese Fakten solltest du kennen, bevor du dich mit dem Protokoll auseinandersetzt:
- Terpentin ist dosierungsabhängig: In größeren Mengen ist Terpentin giftig und kann Schleimhäute, Nieren und das Nervensystem reizen. Die traditionelle „Spirits of Turpentine“-Anwendung basiert ausdrücklich auf sehr kleinen, tropfenweisen Mengen, verdünnt in etwas Wasser oder auf Zucker – nicht auf größeren, unverdünnten Mengen.
- Borax in Reinform ist reproduktionstoxisch: Nach EU-Chemikalienrecht ist Borax als reproduktionstoxische Substanz eingestuft; von einer hochdosierten, unverdünnten oder dauerhaften Einnahme wird deshalb grundsätzlich abgeraten. In Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern ist Borax zu meiden.
- Rohes Fleisch und rohe Milchprodukte bergen ein Keimrisiko: Ohne geprüfte, vertrauenswürdige Quelle und entsprechend sorgfältige Handhabung besteht ein reales Risiko für Salmonellen, Toxoplasmose und andere Erreger – gerade während einer Ausleitungskur, in der der Körper ohnehin gefordert ist.
- Schwangerschaft, Stillzeit und Kinder: Aufgrund der Kombination mehrerer intensiver Mittel ist das Vollmond-Protokoll in dieser Form für Schwangere, Stillende und Kinder nicht geeignet. Wer in dieser Lebensphase eine sanftere Unterstützung sucht, findet im Überblicksartikel mildere Alternativen.
Praktische Anwendungstipps
Wer das Vollmond-Protokoll ausprobieren möchte, beginnt am besten mit einem Mondkalender, um den nächsten Vollmondtermin zu kennen, und plant die intensivste Phase auf die zwei bis drei Tage davor bis zwei bis drei Tage danach. In dieser Phase werden die pflanzlichen und mineralischen Mittel meist in der oberen empfohlenen Dosierung eingenommen, häufig begleitet von zusätzlichem Fasten oder zumindest einer bewusst reduzierten, unterstützenden Ernährung. In den mondfernen Wochen wird die Dosierung deutlich reduziert oder ganz pausiert – nur einzelne Basiselemente wie Wermut oder Koriander werden von manchen Anwenderinnen und Anwendern durchgehend niedrig dosiert weitergeführt. Wer neu einsteigt, sollte insbesondere bei Terpentin und Borax mit der jeweils niedrigsten beschriebenen Menge beginnen und die Verträglichkeit über mehrere Vollmondzyklen hinweg beobachten, bevor die Dosierung gesteigert wird.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich wirklich exakt am Vollmondtag beginnen?
Nein, entscheidend ist der Zeitraum von einigen Tagen um den Vollmond herum, nicht ein einzelner exakter Termin. Die meisten Anwenderinnen und Anwender orientieren sich an einem Fenster von zwei bis drei Tagen vor bis zwei bis drei Tage nach dem Vollmond.
Kann ich das Vollmond-Protokoll mit dem 3-Kräuter-Trio kombinieren?
Ja, das ist naheliegend, da beide Ansätze Wermut und Schwarznuss als gemeinsame Basis nutzen. Viele integrieren das Vollmond-Timing und einzelne zusätzliche Mittel wie Koriander oder Shilajit in ein bestehendes 3-Kräuter-Protokoll, statt beide komplett getrennt durchzuführen.
Brauche ich wirklich alle genannten Mittel gleichzeitig?
Nicht zwingend. Das Protokoll versteht sich als Sammlung sich ergänzender Mittel, aus der viele Anwenderinnen und Anwender eine für sich passende Auswahl treffen – etwa die pflanzliche Basis plus zwei oder drei zusätzliche Elemente, statt aller neun auf einmal.
Woher bekomme ich rohes Fleisch für die Kur sicher?
Wichtig ist eine vertrauenswürdige, idealerweise regionale Quelle mit hohen Hygienestandards, sowie eine kurze Lagerzeit und sorgfältige Kühlung. Bei Unsicherheit bezüglich der Lebensmittelsicherheit sollte auf diesen Baustein verzichtet oder eine erfahrene Heilpraktikerin bzw. ein erfahrener Heilpraktiker zurate gezogen werden.
Wie lange sollte ich das Vollmond-Protokoll insgesamt durchführen?
Da es an einen monatlichen Zyklus gekoppelt ist, wird es typischerweise über mehrere Mondzyklen hinweg fortgeführt, oft drei bis sechs Monate, bevor eine längere Pause eingelegt wird. Wie bei allen intensiveren Protokollen gilt: auf die eigene Verträglichkeit achten und im Zweifel fachkundigen Rat einholen.
Wer noch tiefer in die pflanzliche Basis des Protokolls einsteigen möchte, findet die Details zu Wermut und Schwarznuss im Artikel zum klassischen 3-Kräuter-Protokoll.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung durch eine Ärztin, einen Arzt oder eine Heilpraktikerin bzw. einen Heilpraktiker – insbesondere bei bestehenden Erkrankungen, in Schwangerschaft oder Stillzeit, bei Kindern oder bei Einnahme von Medikamenten.
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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung durch eine Ärztin, einen Arzt oder eine Heilpraktikerin bzw. einen Heilpraktiker – insbesondere bei bestehenden Erkrankungen, in Schwangerschaft oder Stillzeit, bei Kindern oder bei Einnahme von Medikamenten.